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Aufsätze 1933 und 1976

(Anmerkung: Die folgenden Texte stammen aus der Broschüre „145 Jahre Gemeindeschule Büllingen“, die aus Anlass des 50jährigen Jubiläums des Schulgebäudes herausgegeben wurde. Sie kann in der Schule zum Preise von 5 Euro erworben werden.)

Die ersten drei hier wiedergegebenen Aufsätze stammen aus dem ,,Ehrenheft der Oberstufe", welches Lehrerin Klara Kirsch während des Schuljahres 1933-34 anlegte.  Bei deren Auswahl traten literari­sche Überlegungen in den Hintergrund, um nur Arbeiten zu berück­sichtigen, welche vom Inhalt her typisch für jene Zeit sind.
Der letzte Aufsatz ist jüngeren Datums (1976) und ist bezeichnend für das heutige ungezwungenere Verhältnis Lehrer-Schüler.  Hier drückt sich ein elfjähriges Schulkind kritisch über seinen „Vorgesetzten" aus und scheut sich nicht, dessen positive und negative Seiten zu beleuchten.
Undenkbar vor 30 Jahren!  Und dennoch eine zu bejahende Entwick­lung, so glauben wir.

Am Bahnhof  
von Anni SERVAIS, Jahrgang 1921

In den Herbstferien fuhren meine Schwester und ich nach Weywertz.  Als wir an den Bahnhof kamen, lösten wir uns sofort eine Fahrkarte, denn es war nur eine geraume Zeit bis der Zug kam.  Auf einmal kam der Bahnbeamte und rief: „Bütgenbach, Weywertz! ".  Alle Leute ver­ließen den Wartesaal und gingen auf den Bahnsteig.  Jetzt kam der Zug herangebraust.  Als alle Reisenden eingestiegen waren, rief der Schaffner: „Fertig!" und der Zug setzte sich in Bewegung.  Als wir die Station erreicht hatten, stiegen wir aus, wir kletterten eine Treppe hinunter und eine hinauf, gaben eine Hälfte unseres Billets ab und marschierten auf Weywertz zu.  Als wir unseren Auftrag erledigt hat­ten, gingen wir noch was durch Weywertz spazieren.  Um vier Uhr gin­gen wir wieder auf den Bahnhof.  Wir waren aber viel zu früh.  In einer Ecke saß eine Frau, die den Kopf mit beiden Händen umfasste und sie schien böse zu sein, weil sie so lange warten musste.  Auf einer anderen Bank saßen 2 Frauen, die eins tranken.  Es kamen auch noch 2 Touristen in den Wartesaal.  Die Zeit wurde uns sehr lang.  Der Zug kam aber nach langer Zeit.  Wir stiegen ein und fuhren heimwärts.

Der Scherenschleifer
von Regina GRÜN, Jahrgang 1920

Vorige Woche kam der Scherenschleifer in unser Dorf.  Er hatte einen kleinen Wagen.  In diesem war ein großes Rad. Wenn der Mann Scheren schleifen musste, so trat er mit einem Fuß auf ein Brett.  Als wir am essen waren, klopfte es und ich machte die Tür auf.  Er fragte meine Mutter: „Haben sie keine Scheren zum Schleifen?".  Meine Mutter gab ihm zwei Scheren.  Ich ging mit ihm, um die Scheren abzuholen. Ich fragte ihn, was die Arbeit koste.  Er verlangte 1,50 F.  Ich gab ihm das Geld.  Er probierte die Schere noch an einem Stück Stoff aus.  Sie schnitt sehr gut.  Als es Abend war, packte er seine Sachen zusammen und fuhr mit seiner Teufelskiste zum Dorf hinaus.

Beim Viehhüten
von Maria LOCHEN, Jahrgang 1920.

Vergangene Herbstferien weilte ich bei meiner Tante.  Eines Nachmit­tags sollten meine Schwester und ich die Kühe für einige Stunden hüten.  In der Nähe wuchsen Kohl und andere Pflanzen.  Ich hatte mir einen mächtigen Stock mitgenommen. Da wir nichts mitgenommen hatten, hatten wir Langeweile immer bei den Kühen zu sitzen und die zu hüten.
An dem Ende der Wiese stand eine alte Eiche.  Wir ließen das Vieh allein und suchten Eicheln.  Ab und zu fanden wir auch einige Nüsse und Brombeeren.  Das Gewissen ließ uns doch keine Ruh.  Wir liefen schnell zurück an unseren Posten.  Sofort sahen wir, dass die Kühe in dem Gemüse waren.  Wir trieben sie wieder mit den Stöcken hinaus.  Diesmal wagten wir nicht mehr fortzulaufen.  Als ich die Kühe zählte, fehlten zwei.  Schnell lief ich in das kleine nahegelegene Wäldchen und fand die beiden Ausreißer.  Mit aller Mühe gelang es uns, sie wie­der herauszutreiben.  Die anderen Kühe hatten schon eine kleine Menge Pflanzen gefressen.  Als meine Tante kam, fand sie die tüchti­gen Hüter auf ihrem Posten.
Wir fragten sie, ob die Kühe noch nicht genug gefressen hätten. Als wir noch eine Weile dagesessen hatten, beschlossen wir ohne die Kühe heim zu laufen.  Da sagte meine Tante: „Wo sind denn die Kühe geblieben?"  Wir bekannten unser Versäumnis. Alsdann ging der Knecht zur Wiese und brachte die Kühe nach einiger Zeit mit.  Meine Tante hatte die geringen Schäden am Nachbarfeld gesehen und uns nie mehr diesen Posten anvertraut.

Unser Lehrer
von Alwin KESSLER, Jahrgang 1965

Vorigen Montag feierten wir den Namenstag unseres Lehrers.  Er kam herein, wir standen auf und wünschten ihm viel Glück.  Dann setzte er sich auf seinen Stuhl und trug eine Rede vor.  Im Laufe der Rede machte ich mir mal darüber Gedanken, welche guten und schlechten Seiten er hat.  Nun, einwandfrei ist er nicht, doch er hat doch seine Tugenden.  Er singt öfters mit uns, er macht jeden Tag mit uns Franzö­sisch.  Wenn wir schon mal etwas unordentlich machen, so gibt er uns Mut, es von neuem zu beginnen.  Und wenn wir etwas nicht verstehen, so erklärt er uns es, auch wenn ein Kind zwei- bis dreimal zu ihm kommt.  Er hat viel Geduld mit uns.
Schlechte Seiten hat er auch, denn kein Mensch ist ohne. Er hat schon seine launischen Tage, dann gibt er uns auch schon
mal zu viele Aufgaben, worüber wir murmeln; aber das ist auch nicht so schlimm.  Doch im großen Ganzen überwiegen die guten Seiten.
Wenigstens in meinem Aufsatz!

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