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Hygiene zu Großmutters Zeiten

Im Schuljahr 2014-2015 hat die Primarschule bei einem Wettbewerb des ZVS-Geschichtsvereins teilgenommen. Dabei ging es um das Thema “Hygiene”.

Maria aus dem Ohlesief, geb. 1932, erinnert sich noch gut an den Waschtag ihrer Mutter:

Zuerst wurde die weiße Wäsche abends vor dem Waschtag in Seifenlauge (mit Soda) eingeweicht, um den Schweiß und die groben Flecken zu entfernen.
[Keine Beschreibung eingegeben]

In diesem Wasser wurde sie dann Stück für Stück vorgewaschen und dann in einem großen Waschkessel (40-50 l) auf dem Küchenherd gekocht. Unten im Kessel befand sich ein Blech mit Löchern, dass die Wäsche nicht anbrennen konnte.

Dann wurde die nun heiße Wäsche mittels eines Stocks in die Waschwanne gelegt und dazu kaltes Wasser hinzugefügt. Nun konnte man sie mit den Händen gut auf dem Waschbrett schrubben. Anschließend wurde sie noch in kaltem Wasser gespült und dann mit den Händen ausgewrungen.

Die „blaue“ Wäsche, also die Arbeitshemden der Männer und die Schürzen der Frauen wurden in der Lauge, die auf dem Herd noch warm gehalten worden war, gewaschen und auf dem Brett geschrubbt und schließlich auch in kaltem Wasser ausgewaschen und mit den Händen ausgewrungen.

Das alles war schwere körperliche Arbeit. Die Wäsche war ja viel schmutziger als heute, denn sie wurde ja nicht so oft gewechselt.

Die weiße Wäsche sollte möglichst hell und schön weiß aussehen. Daher wurde sie nach dem Waschen auf der Wiese ausgebreitet. Bei sonnigem Wetter musste man sie mittels einer Gießkanne, die damals aus Zink war, mit klarem Wasser mehrmals bespritzen. Sie durfte während der ganzen Bleichzeit niemals ganz trocken werden. Wenn sie dann einen Tag und eine Nacht dort gelegen hatte, wurde sie in klarem, meist kaltem Wasser ein paarmal ausgewaschen.

Die weiße Wäsche wurde meist auf einer Wäscheleine („Wäschedraht“) zum Trocknen aufgehängt. Die Arbeitskleidung hängte man auch oft auf den Hecken oder Zäunen in der Nähe des Hauses auf. Bei schlechtem Wetter ließ man sie auf dem Speicher oder in der Küche neben dem Herd trocknen.

Zum Bügeln verwendeten die Frauen sogenannte Plätteisen. Diese wurden auf dem Küchenherd erhitzt. Nun konnte man damit bügeln. Meist wurden mehrere Eisen verwendet, zwei standen auf der Herdplatte, mit dem dritten wurde gebügelt.

Es gab aber auch schon „Kohleeisen“. Die konnte man öffnen. Mit einer langen Zange wurde Holzkohle aus dem Herd genommen und in diese Öffnung gelegt. So wurde auch gebügelt .

Man war mehrere Tage mit dem Reinigen der Kleidung beschäftigt.

Unsere Großeltern aus Mürringen erinnern sich :

Auf dem Hof, meistens über der Jauchegrube befand sich das Plumpsklo, ein kleines Häuschen von etwa 1,20 m auf 1,20 m. Es war entweder aus Stein gemauert oder ganz aus Brettern gefertigt. In der Tür war oft ein kleines Herz ausgeschnitten.
Der Sitz sah aus wie eine Bank aus Holz, in der Mitte ein Loch, wo man zugleich in die Grube sehen konnte.


(Tröt WC um 1951- Leihgeber Foto: Johann Toussaint-Brüls (Jiërte))

Anstelle von Klopapier verwendete man alte Zeitungen, die in kleinere Stücke geschnitten wurden. Das Benutzen von Klopapier blieb den « Reichen » (meist in den Städten) vorbehalten.
Es gab noch keine Duftstoffe oder besondere Reinigungsmittel für die Toilette. Jährlich wurde die Jauchegrube einmal geleert.

Unsere Großeltern erzählten uns, dass es draußen auf dem Klo sehr oft kalt war, dass es dort stank und dass kein fließendes Wasser zur Verfügung stand.
Wenn man nachts seine Notdurft verrichten musste, ging man « auf den Pott », d.h. im Schlafzimmer stand ein größerer Eimer mit Deckel, der dann am folgenden Morgen auf dem Misthaufen oder im Plumpsklo geleert wurde.

Auch in unserer Schule gab es noch keine modernen Toiletten. Auf dem Schulhof befand sich ein Häuschen mit einigen voneinander abgetrennten Plumpsklos. Darin gab es weder Strom, Heizung noch fließendes Wasser.


(Toiletten Schule Mü um 1949, Foto-Leihgeber  Mathilde Velz-Pothen (Tjeele))


(Foto: Baden in Hüemieße 1967 - Leihgeber Maria Rauw-Lux)
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