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Jugend erforscht Geschichte

Beitrag der Schülerinnen und Schüler des 5. und 6. Schuljahres der Gemeindeschule Mürringen

"Handwerk und Berufe im Wandel der Zeit"

Altes Handwerk in Mürringen

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Im Hause Vitten gegenüber der Kirche war Geschäft, Wirtschaft und Bäckerei.

Heute gibt es in Mürringen nicht mehr viele selbstständige Handwerker. Wir zählen nur mehr zwei  Schreiner, zwei KFZ - Mechaniker, einen Elektriker, einen Bauunternehmer (Maurer) und eine Friseurin.

Als unsere Großeltern noch Kinder waren, gab es sehr viel mehr Handwerker in unserem Dorf. Wir haben herausgefunden, dass in Mürringen folgende Handwerksberufe vorzufinden waren:

Schneider, Schuster, Schmied, Stellmacher, Schreiner, Schlachter, Anstreicher, Verputzer („Pläcker“), Frisör, Schlosser, Maurer, Schnitzer, Zimmermann, Steinmetz, Gewölbebauer, Uhrmacher, Müller und Bäcker.

Unsere Nachforschungen haben ergeben, dass im vorigen Jahrhundert in unserem Heimatdorf gleich 5 Bäcker bzw. Konditoren ihrem Handwerk nachgingen: Hubert Pothen (1891 – 1944) aus dem Haus„Vitten“, Johann Pévée (um 1914-1939) aus „Jaaße“ (dieses Haus stand mal „Am Hölstrich“, wo sich jetzt das „Köneks Café“ befindet), Anton Müller (1946 – 1960) aus „Marjriëten“, Johann Seffer (1940 – 1972) aus „Seffesch“, sowie Hilar Velz (1956 – 1990) aus „Bäckisch“.

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Mit Hilar Velz, dem letzten Mürringer Bäcker, haben wir uns unterhalten

Herr Velz, wann und wo haben Sie Ihr Handwerk gelernt?

Im Jahre 1946 bin ich in die Bäckerei Marichal in Waimes in die Lehre gegangen. Diese dauerte insgesamt 3 Jahre. Danach habe ich dort noch  zwei Jahre als Geselle gearbeitet. Anschließend war ich noch in Ferrières bei Moray  und in Büllingen bei Siquet tätig, bevor ich mich hier in Mürringen selbstständig gemacht habe.

Warum haben Sie in der Wallonie die Lehre gemacht?

Kurz nach dem Krieg war es nicht leicht in der näheren Umgebung eine Lehrstelle zu finden, so bin ich dann nach Waimes gegangen.

Wie fuhren Sie dorthin?

Ich musste zu Fuß nach Büllingen gehen. Dort nahm ich den Zug, der über Bütgenbach und Weywertz nach Waimes fuhr. Während der Woche hatte ich meine Unterkunft im Hause meines Lehrmeisters.

Waren in der  Bäckerei noch andere Lehrjungen? Wie viele Leute waren dort beschäftigt?

Insgesamt arbeiteten wir zu 5-6 Leuten. Es wurde rund um die Uhr gearbeitet, also in 2 Schichten von  je 12 Stunden.

Wann haben Sie die Bäckerei in Mürringen eröffnet?

Das war im Jahre 1956. Bis zum Eintritt ins Rentenalter  1990 habe ich in meiner Backstube mithilfe meiner Frau Sophie gebacken.

Was haben Sie gebacken und woher hatten Sie die Rohstoffe?

Brot natürlich, Graubrot, Weiß- und Schwarzbrot, aber auch Brötchen, Torten, Kuchen und Feingebäck. Für die Torten brachten die Kunden mir anfangs selber die Zutaten, „die Spies“ d.h.  das Obst und die Früchte, die sie in ihrem Garten angebaut hatten. Später habe ich aber auch Torten gebacken mit Zutaten, die ich von verschiedenen Lieferanten bekam. Das Mehl habe ich aus Büllingen von der Mühle Mertens bezogen.

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Bäcker Hilar Velz und seine Frau Sophie in ihrer Backstube.

Hat das Bäckerhandwerk einen Wandel im Laufe der Jahre erfahren?

Wie in jedem Handwerk hat es einen Wandel gegeben, jedoch beim Bäcker keinen gravierenden. Zu meiner Lehrlingszeit wurden die Öfen noch mit Holz und Briketts geheizt, später mit Diesel. Außerdem sind in der Backstube heutzutage mehr Maschinen vorzufinden als früher. Manches wird jetzt von Maschinen übernommen, z. B. das Rollen des Teigs, aber die Handarbeit ist immer noch sehr wichtig.
Würden Sie heute einem Jugendlichen noch anraten, Bäcker zu werden?
Warum nicht?  Bäckerlehrlinge werden immer wieder gesucht. Der Beruf des Bäckers ist ein zwar hart, weil meistens ja gearbeitet wird, wenn andere schlafen, und dennoch ist er interessant. Ich würde ihn noch einmal ergreifen.

An dieser Arbeit wirkten mit:

Brüls Dennis, Drömmer Kevin, Jost Michelle, Maréchal Pierre, Rauw Chris, Rauw Nadja, Rupp Mathias, Thomahsen Tamara, Toussaint Jérome, Weber Gary, Gesikowska Jola, Lambertz Philippe, Langer Tobias, Marichal Julie, Palm Anke, Pothen Lukas, Rauw Magali, Rauw Marion, Rauw Simone, Schmitz Erik, Tangeten Chris, Thomahsen Kristof.
Lehrer: Ernst Simon

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