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Jugend erforscht Geschichte

Der Krieg und seine Folgen

Der Beitrag der Schülerinnen und Schüler
des 6. Schuljahres der Clara-Viebig-Schule Manderfeld

Die Kriegserlebnisse eines
Manderfelder Soldaten
während des 2. Weltkrieges

MA Kriegserlebnisse 1

Da wir, die Schüler des 6. Schuljahres der Clara Viebig Schule Manderfeld, das Thema „ 2.Weltkrieg „ im Geschichtsunterricht behandelten, luden wir den ehemaligen Lehrer Herrn Nikolaus Heinzius zu uns in die Schule ein, um uns seine furchtbaren Erlebnisse zu schildern, die er während des 2. Weltkrieges erlebte. Er versuchte, uns das Grauen des Krieges zu verdeutlichen.
Geboren wurde er im Jahre 1919 in Manderfeld. Nach dem Besuch der Volksschule ging er im Alter von 14 Jahren nach Carlsbourg (Provinz Luxemburg-Belgien). Dort erhielt er im Jahre 1938 das Lehrerdiplom. Doch leider fand er keine Stelle, um in unserer Gegend zu unterrichten.
So beschloss er, Soldat in der belgischen Armee zu werden und er besuchte eine Offiziersschule.
Beim Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Belgien am 10. Mai 1940 befand er sich mit anderen belgischen Soldaten in der Gegend von Lüttich. Dort wurden sie von deutschen Jagdflugzeugen angegriffen. Er konnte sein Leben retten, indem er unter einem Holzhaufen Schutz suchte. Schließlich geriet er in deutsche Gefangenschaft. Doch er durfte bereits nach kurzer Zeit nach Hause zurückkehren. Die deutschen Besatzer bestimmten, dass er Lehrer in Eimerscheid werden sollte. Dies tat er auch und er unterrichtete dort während 3 Jahren.

Am 1.März 1943 erhielt er plötzlich seinen Stellungsbefehl. Er musste deutscher Soldat werden. Wer dies verweigerte, konnte damit rechnen, ins Gefängnis zu kommen oder sogar erschossen zu werden.
Schweren Herzens verließ er seine geliebte Heimat und reiste mit dem Zug nach Köln.

Über Berlin, Warschau (Polen) und Minsk (Weißrussland) kam er im April 1943 rund 170 km vor der russischen Hauptstadt Moskau an. Dort war der Krieg in vollem Gange. Am Karfreitag des Jahres 1943 musste er mit 20 anderen Soldaten, darunter sein Freund Josef Freches, nach vorne an die Frontlinie.
Am 6. Juni 1943 morgens gegen 5 Uhr fand ein russischer Angriff mit Maschinengewehren statt. Abends zogen die Russen sich wieder zurück .
Herr Heinzius lernte einen gewissen deutschen Soldaten namens Erich kennen. Plötzlich überkam Nikolaus und Erich der Gedanke, dass sie ihre Heimat vielleicht nie mehr wiedersehen würden.

Sie hatten nur noch eines im Sinn: «Weg von hier!» Nun beschlossen sie, zu desertieren! Dies war sehr riskant, denn darauf folgte die Todesstrafe. Die beiden Männer zogen sich ohne Nahrung hinter die Frontlinie zurück. Weil sie kriegesmüde waren, kamen sie auf die Idee, sich gegenseitig zu verwunden, um so der Hölle auf Erden zu entkommen. Herr Heinzius sollte seinen Freund Erich ins Bein schießen. So geschah es auch. Erich konnte nun nicht mehr gehen. Danach sollte Erich ihm in den Arm schießen. Dabei traf Erich einige Finger von Nikolaus. Die beiden Verwundeten entfernten sich noch weiter von der Front. Plötzlich erblickten sie in der Dunkelheit einige Lichter in der Ferne und humpelten darauf zu. Schließlich entdeckten sie, dass es ein deutsches Feldlazarett war. Dort wurden sie versorgt. Der Anblick der vielen Verwundeten und Toten war grausam.

Später brachten Sanitäter die beiden Soldaten zu einem Zug. Dort befanden sich Ärzte vom Roten Kreuz. Erich und Nikolaus wurden mit Essen und Trinken versorgt. Der Zug fuhr über Minsk nach Magdeburg (Deutschland). Herr Heinzius wurde in ein Krankenhaus gebracht.
Als die Wunde verheilt war, durfte er für 14 Tage in die Heimat nach Manderfeld zurückkehren.
Ein wenig später kam wieder so ein böser Brief, ein neuer Stellungsbefehl.
Zu Hause läuteten immer die Glocken, wenn ein Einheimischer im Krieg gefallen war.

Herr Heinzius musste erneut nach Köln mit dem Zug reisen. Dort erklärte man ihm, dass seine alte Einheit nicht mehr existierte.
Nachdem er in Köln den Zug bestiegen hatte, rollte dieser nun in Richtung Westen. Über Lüttich ging es bis Paris, dann erreichte er Caen, eine Stadt in der Normandie (Frankreich). Im September 1943 befand sich Herr Heinzius im französischen Dorf Amblie (Normandie). Dort war es ruhig, denn die Deutschen hatten alles besetzt.
Inzwischen hatte er einen guten Kontakt zu einer französischen Bauernfamilie geknüpft. Dies war möglich, weil er Belgier war und die französische Sprache beherrschte .

Doch am 6.Juni 1944 sollte sich alles ändern. Um 1 Uhr nachts klingelte das Telefon und es hieß: „Die Amerikaner und Engländer kommen!“
In der Morgendämmerung erkannte man unzählige Kriegsschiffe am Horizont des Ärmelkanals. Diese eröffneten das Feuer auf das Festland. Tausende amerikanische, englische und kanadische Soldaten landeten an der Küste und rückten einige Kilometer auf das Land vor. Dabei fielen zahlreiche Soldaten.
Herr Heinzius hatte Schutz im Keller der befreundeten französischen Familie gefunden. Als die Situation sich beruhigt hatte, ergab er sich den englischen Soldaten.

Schließlich transportierte ein Schiff die Kriegsgefangenen, darunter auch Herr Heinzius, in die britische Hauptstadt London. Später wurde er mit anderen deutschen Kriegsgefangenen per Schiff nach New York (USA) gebracht. Während 2 ½ Jahren musste er in amerikanischer Gefangenschaft verbleiben. Dort wurde er bestens behandelt. Er arbeitete als Baumwollpflücker und erhielt dafür einen guten Lohn. Nach der Arbeit besuchte er eine Abendschule, um Englisch zu erlernen. Herr Heinzius hat ebenfalls in Amerika als Dolmetscher gearbeitet.
Im Frühling 1946 durfte er endlich wieder in die geliebte Heimat zurückkehren.
Hier war nichts mehr, wie es früher einmal gewesen war. Die Not war groß.
Viele Häuser waren beschädigt oder sogar zerstört worden durch die Ardennenoffensive.

Viel schlimmer war jedoch, dass er so manchen Freund oder Bekannten nicht mehr wiedersehen konnte. Sie waren wie Millionen andere Menschen diesem schrecklichen Krieg zum Opfer gefallen 

Autoren:

Natascha Adler, Jonas Biel, Catherine Breuer, Matthias Classen, Tiemo Goenen, Manuel Heindrichs, Theresa Henkes, Kevin Hennes, Sven Hoffmann, Sebastian Hoverath, Kerstin Manderfeld, Laurent Michels, Moritz Miszewski, Daniel Scholzen, Laura Scholzen, Tamara Scholzen, Heidi Schomus, Larissa Schröder und Martin Schür

Lehrer: Hermann-Josef Theiss

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