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60 Jahre nach der Ardennenoffensive ...

Fluchtweg einiger Hünninger nach Beginn der Offensive (Projekt „Grenzübergreifende Exkursionen zu Orten des Kriegsgeschehens (2. Weltkrieg) in Belgien und Deutschland“)

Was damals hier geschah

Clemens Hepp, 67 Jahre alt, erzählt:

Die große Offensive begann in Hünningen am 16. Dezember 1944. In der Nacht von Freitag, dem 15. Dezember auf Samstag, den 16. Dezember 1944, wurden zahlreiche Hünninger durch eine Explosion geweckt. Am Morgen des 16. Dezembers herrschte jedoch wieder Stille. Tagsüber bemerkten einige Hünninger, dass eine Granate eingeschlagen war. Sie beobachteten, dass amerikanische Soldaten drei deutsche Gefangene bei ihrem Kommandeur ablieferten. Diese Zusammenhänge konnten sie sich nicht recht erklären, doch als in der folgenden Nacht das Artilleriefeuer zunahm, wurde ihnen bewusst, dass nicht alles stimmte.

Sie verbrachten die Nacht im Keller und beratschlagten am nächsten Morgen, was zu tun sei. Sie kamen zu dem Entschluss, dass es wohl das Beste sei, den Ort zu verlassen. Kopflos und in panischer Aufregung flüchteten sie am Sonntagvormittag. ohne das Geringste mitzunehmen, in Richtung ,,alte Mühle". Dort gerieten sie von Honsfeld her unter Beschuss und bogen nach rechts ab, um bei der neuen Mühle auf die Hauptstraße zu gelangen. Doch auch dort gerieten sie in das MG-Feuer deutscher Stoßtrupps, die längs des Bahndamms Honsfeld-Büllingen vorstießen. Somit war ihnen der Weg nach Büllingen abgeschnitten. Auf dem Gelände der neuen Mühle hatten sich mittlerweile wohl 25 Hünninger eingefunden.

Am Montagmorgen entschlossen sich 12 Hünninger nach Hause zurückzukehren, um Proviant und Kleidungsstücke zu holen. Nach einer kurzen Wegstrecke sahen sie vor sich einen amerikanischen Soldaten, der schnell auf Josthaus zu marschierte. Sie dachten sich, dann wären die deutschen Truppen auch noch nicht in Hünningen. Ahnungslos folgten sie dem amerikanischen Soldaten. In der letzten Kurve vor Josthaus hörten sie plötzlich Rufe, die sie jedoch nicht deuten konnten. Trotzdem blieben sie stehen und berieten, was zu tun sei. Doch während sie noch da standen, peitschten schon MG-Salven über ihre Köpfe. Sie warfen sich in Deckung. doch einer der Männer, Johann Lux, brach tödlich getroffen zusammen. Dicht hinter ihm lag sein Bruder Egidius, der ebenfalls getroffen sein musste. Erst nach 10 Minuten wurde das Feuer eingestellt. Zwei deutsche Panzer näherten sich, wahrend die Hünninger mit erhobenen Händen dastanden. Jetzt durften sie den Verwundeten nach Josthaus geleiten, doch etwas später verschied auch er. Matthias Jouck hatte die Kehlkopfhaut von einer Kugel aufgeritzt und war dem Schicksal nur knapp entronnen. Die Hünninger bahrten ihre Toten auf und wollten sich auf den Rückweg nach Hünningen machen. Dies wurde ihnen jedoch verwehrt, bis die Deutschen das Dorf freigekämpft hatten. Etwa eine Stunde später erklang Glockengeläute, das Zeichen dafür, dass das Dorf wieder von der Wehrmacht erobert war. Erst jetzt durften die Hünninger zurück ins Dorf.

Was ist heute hier zu sehen?

Heute sind keine direkten Spuren des Krieges oder dieses Fluchtweges mehr zu erkennen. Der Weg jedoch besteht heute noch und wird regelmäßig benutzt. Vor kurzer Zeit wurde er sogar asphaltiert und kann heute bequem mit dem Fahrrad oder dem Auto benutzt werden.

Literatur:

Kriegsschicksale 1944-1945, ZVS St. Vith, 1971
Hünningen - Heimat an den Grenzen, Carlo Lejeune (Hg.)

HU Ardennenoffensive 1

HU Ardennenoffensive 2
Die Hünninger Mühle

Autoren:
Das 5. und 6. Schuljahr der Gemeindeschule Hünningen, Lehrerin Sabine Hepp
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