spacer
suchen
Grundschulen der Gemeinde Büllingen header
   Cartoon des Monats
Teaser
Von unseren Familiennamen

Woher kommen die Familiennamen?

Im Mittelalter, so ungefähr um das Jahr 1000 herum, hatten nur ganz wenige Leute einen Familiennamen. Das lag daran, dass die meisten Menschen auf dem Land in kleinen Dörfern lebten. Sagen wir, das Dorf hieß Wirtzfeld. In Wirtzfeld lebten damals vielleicht 50 Menschen. Und unter diesen 50 Menschen gab es einen, der Lothar hieß. Ging nun dieser Lothar einmal in das nächste Dorf, dann brauchte er dort keinen Familiennamen, denn dort wussten die Menschen: Das ist der Lothar und dieser Lothar kommt von Wirtzfeld herüber.

Aber allmählich wurden die Dörfer immer größer.
Mal angenommen unser Lothar würde nun in ein anderes Dorf ziehen. Dort aber gibt es schon andere Männer mit Namen Lothar. Also hätte man unseren Lothar zum Beispiel nach seinem Herkunftsort benannt: Lothar Wirtzfeld. Der Vorname allein reichte nicht mehr aus, um klar zu stellen, dass unser Lothar gemeint ist, und nicht der Lothar, der am Ortsrand eine Mühle hat. Unser Lothar hieße dann Lothar Wirtzfeld, und der andere Lothar Müller.

Solche Namen konnten sich dann auf die Kinder und Kindeskinder vererben. Obwohl die fernen Nachkommen Lothars heute vielleicht gar nicht mehr wissen, wo Wirtzfeld ist, oder ob es so einen Ort überhaupt gibt: Sie heißen immer noch Wirtzfeld. Und auch die Nachkommen des Lothar Müller haben keine Ahnung mehr, wie eine Mühle von innen aussieht. Und doch heißen sie immer noch Müller. Der einmal gegebene Name hatte sich immer vom Vater auf die Kinder übertragen.
Aber nicht nur Orts- oder Berufsnamen, man konnte seinen Namen auch
  • von einem Haus (Christoph, der im Backeshaus wohnt: Backes Christoph);
  • von einer Wohnstätte (Franz, der an einer Brücke wohnt: Brück Franz);
  • von seinem Vater oder Mutter (Heinrich, der Sohn von Johann: Johanns Heinrich);
  • von seinem Aussehen (Der große Peter: Peter Groß)
  • oder von einer Landschaft, einem Rufnamen, usw. haben.
Oft wechselte auch der Name, wenn man in ein anderes Haus oder Dorf zog. Erst vor 200 Jahren, als unsere Gegend französisch war, wurden Standesamtsregister eingeführt. Jetzt bekam jeder einen festen Familiennamen. Die Mädchen allerdings nahmen bei einer Heirat den Namen des Ehemannes an. Hatte ein Ehepaar keine Söhne, dann starb ihr Familienname aus.

Familiennamen in Wirtzfeld


Familien-Name

Herkunft, Bedeutung

Auftreten in Wirtzfeld

Andre

Kurzform des Vornamens Andreas.

Am 27.03.1778 wird Bartholomäus, Sohn von Mathias Andres getauft.

Brück

meint jemand, der an einer Brücke wohnt

Am 09.03.1737 wird Maria Sybilla, Tochter von Hubert und Gertrud Brück in Wirtzfeld getauft.

Christoffersen

dänisch, kommt von Christoph

 

Dantinne

Vermutlich jemand, der aus der Ortschaft Anthisnes stammt.

Am 15.07.1989 heiratet Michel Dantinne aus Lüttich Renate Palm aus Wirtzfeld.

Drösch

Vermutlich von mundartlich „Drêsch“, ein unbebauter, als Weide benutzter Acker; also jemand dort wohnt.

Könnte auch von „dreschen“ (mit dem Dreschflegel Getreide ausdrischen) kommen; also ein Berufsname

Am 26.02.1756 heiratet Troesch Johannes aus Udenbreth Marzen Anna Maria aus Wirtzfeld.

Heck

an der Hecke (am Dorfrand) wohnend

 

Heinen

kommt von Hein (Heinrich)

Am 25.09.1755 wird Mathias, Sohn von Christophorus und Anna Elisabeth Heinen in Wirtzfeld getauft.

Hilgers

kommt von dem Vornamen Hilger (Hilarius)

Ein Haus Hillegers wird schon 1552 als viertel Feuerstätte genannt.

Am 29.08.1686 wird Johann Peter, Sohn von Hubert und Susanna Hylgers in Wirtzfeld getauft.

Houben

kommt wahrscheinlich von Huber (Bauer, der ein Ackerland von 60 Morgen besitzt; 1 Hube=60 Morgen)

 

Jousten

stammt von dem Vornamen Jobst von Jodocus

Am  20.07.1750 wird Anna Catharina Josten in Wirtzfeld. Der Vater Johann stammt aus Mürringen.

Küpper

niederrh. für Küfer, Hersteller der Kufen (große Holzgefäße)

 

Lejeune

frz. der Jüngere, also wie Junior; der häufigste Familienname in der Provinz Lüttich

Martin Lejeune aus Honsfeld heiratet am 04.07.1981 Martina Heinen aus Wirtzfeld.

Lenz

Kurzform vom Vornamen Lorenz, selten = Frühling

Schon 1552 werden hier genannt: Lents an der moelen, Lentzen peter, Lentzen son Lenardt, Lentzes steffen eydamp.

Ernst Lenz aus Heppenbach heiratet am 05.07.1986 Gerlinde Heinen aus Wirtzfeld.

Melchior

von dem Vornamen Melchior (einer der drei Könige)

Schon 1561 gibt es ein Haus Melchior in Wirtzfeld.

Am 30.07.1689 wird Maria Gertrud, die Tochter von Marcus und Maria Melchers in Wirtzfeld getauft.

Noel

1)von dem französischen Vornamen Noël (Vorname für einen auf Weihnachten geborenen Jungen); 2) kann auch eine Form des Vornamens Arnold sein.

 

Reuter

1) jemand der an einer „Reute“, einer gerodeten Waldstelle wohnt

oder: 2) ein Reiter, berittener Krieger

Am 14.12.1727 stirbt Otto Reinard Reuter in Wirtzfeld

Reynartz

kommt von Reinhard

Am 07.06.1695 heiratet Maria Reinards aus Wirtzfeld Marcus Davids aus Elsenborn.

Schneider

Berufsname: Schneider

 

Sonnet

vielleicht von franz. sonner (klingen, läuten) für Glöckner

 

Weger

=Wäger, Waagemeister (zuständig für die Eichung der Waagen)

 

Welsch

der Welsche (jemand, der aus dem Welschland zugezogen ist: Wallonien, Frankreich, Italien,...)

Am 23.04.1765 wird Mathias Nicolaus, Sohn von Nicolaus Welschen getauft.

Willems

kommt von Wilhelm

 

Quellen:

  • Bahlow, Deutsches Namenlexikon, DB 1967
  • Jenniges in ZVS-Monatsblätter: 1975/7, 1989/10, 2000/6
  • Mertes, Die Haus- und Familiennamen von Wirtzfeld, 1982-83
  • Naumann, Das große Buch der Familiennamen, Bechtermünz 2002
  • Reynartz/Halmes, Wirtzfelder Kirchenregister, 2001
Gedicht des Monats
Zufallsfoto
Text des Monats
Bild des Monats
Teaser
Technik des Monats
Teaser
Antolin Wikipedia
    © copyright 2017 - gemeindeschulen.be
Home - Sitemap - Impressum - Kontakt