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Der Dreißigjährige Krieg in Wirtzfeld (1618-1648)

Friedensschluss vor 360 Jahren

Vor 360 Jahren unterzeichneten Vertreter der beteiligten Mächte einen Vertrag, der den Frieden nach einem 30-jährigen Krieg in Europa bringen sollte.

Wie konnte es zum Krieg kommen?

Die Auseinandersetzung um den richtigen Glauben (katholisch gegen evangelisch) versuchten viele Herrscher blutig zu beenden. Damals war es üblich, dass die Untertanen eines Herrschers dieselbe Religion hatten wie er. Außerdem sah kein Herrscher es gerne, wenn ein anderer zu mächtig wurde. So kam es zu einem langen Krieg, der große Teile Europas verwüstete.

WI 30jähriger Krieg 1Der größte Teil unseres Gebietes (mit Wirtzfeld) gehörte zum Herzogtum Luxemburg und damit zu Spanien. Der König von Spanien war katholisch und stand auf der Seite des deutschen Kaisers. Die wichtigsten Gegner waren Schweden, Dänemark und Frankreich.

Hier in unserem Gebiet haben keine Schlachten stattgefunden, aber ständig zogen Söldner (so nannte man damals die Soldaten) durch unsere Dörfer. Diese Söldner waren meistens wild und zügellos: Sie mordeten, plünderten, vergewaltigten; sie zerstörten die Dörfer und Felder. Man schätzt, dass ein Drittel bis die Hälfte der vom Krieg betroffenen Menschen durch Kämpfe, Seuchen und Hungersnöte ihr Leben verloren.

1617

Der Hof von Büllingen wird von den Truppen des Fürsten von Anhalt (Hessen) ausgeplündert. Dieser hat sich mit Friedrich III. von der Pfalz gegen den Kaiser verbündet. Wirtzfeld ist von Söldnern überschwemmt, die dem Volke alles abnehmen, was sie brauchen können (so wurden sie bezahlt!) und die vor blutigen Grausamkeiten nicht zurückschrecken. Wirtzfelder, die in die Kirche geflohen sind, werden niedergemetzelt, die Altäre werden zerbrochen. Die Soldateska such kostbare Kirchengeräte und Reliquien, die sich damals gut verkaufen lassen.

1618-1648

WI 30jähriger Krieg 2Der Dreißigjährige Krieg verlangt auch Opfer in Wirtzfeld. Pfarrer Born (1620-35) beklagt sich darüber, dass er abends von Haus zu Haus gehen muss, um Jung und Alt das Vaterunser zu lehren. Regelmäßiges Abhalten des Gottesdienstes, der Christenlehre und der Schule würden durch die Kriegshorden, die kein Menschenleben schonten und die Kirchen verwüsteten, unmöglich gemacht.

1621

Wirtzfeld hat 23 Haushalte. (Zum Vergleich: St. Vith 140, Büllingen 23, Mürringen 2). Vor Beginn des Krieges müssen es über dreißig gewesen sein.

1623/24

Der strenge Winter verschlimmert noch die Not der Landbevölkerung. Er lässt das Korn verderben und treibt die Bauern in große Verschuldung, da sie in anderen Gegenden Getreide kaufen müssen.

± 1635

Wieder fordert die Pest viele Opfer: Mehr als zwei Drittel des Bannkreises der Wirtzfelder Mühle werden diesmal ihr Opfer. (Unter Bannkreis versteht man die Bauernhöfe, die dort ihr Korn mahlen müssen). Auch der Müller Christian Delgens stirbt an der Pest.

1636

Die kaiserliche Kavallerie kehrt unter General Breda aus Frankreich zurück. Ausgelaugt und ausgehungert durchziehen sie unsere Heimat. Sie mähen das Getreide, dreschen es und nehmen Korn und Hafer mit. Die Folgen sind Hungersnot und große Armut.

28.05.1640

39 Söldner der Jülicher Garnison, darunter auch ein Wirtzfelder, überfallen im Wald von Ormont einen Konvoi von 21 Fuhrwerken. Sie fesseln und schlagen die Fuhrleute und erzwingen ein Lösegeld. Dann machen sie sich an die Weinfässer heran und trinken, bis alle betrunken sind. Endlich lassen sie die Fuhrleute ziehen.

±1641

Der Schöffe Theiß aus Wirtzfeld berichtet, wie zahlreiche Untertanen sich vor lothringischen Söldnern in der Burg Bütgenbach in Sicherheit bringen wollen. Dort ist aber kein Platz mehr, und sie werden angegriffen. Die schwangere Frau des Wirtzfelders Johann Pitz wird dabei ermordet.

Diese Darstellung zeigt die Burg Bütgenbach 1801
(Abb.: www.butgenbach.be)

WI 30jähriger Krieg 3

Quellen:
  • Ortmanns, Arnold; Der fränkische Königshof Büllingen, Aachen 1904
  • Zeitschrift „Zwischen Venn und Schneifel“
  • Jenniges, Hubert: Plünderungen, Verwüstungen, Mord und Totschlag; ZVS-Schriftenreihe Nr. 15, St.Vith 1999
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