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60 Jahre nach der Ardennenoffensive ...

Grenzübergreifende Exkursionen zu Orten des Kriegsgeschehens (2. Weltkrieg) in Belgien und Deutschland

WI Ardennenoffensive KarteZiel:

Haus Leinen in Verschneid (D). 








Altersgruppe:

Die gesammelten Informationen sind für Kinder und Jugendliche ab dem 6. Schuljahr geeignet.

Lage:

Das Dorf Verschneid (D) liegt ca. 3 km südwestlich von Manderfeld (B).

Was damals hier geschah?

Am zweiten Weihnachtstag 1944 flüchtete die damals vierzehnjährige Katharina Heinzius mit ihrer Mutter Anna aus Manderfeld, um zu guten Bekannten, der Familie Leinen, nach Verschneid zu gelangen, und so dem gefährlichen Kriegsgeschehen ein wenig zu entkommen. Bei der Familie Leinen in Verschneid hatte das Rote Kreuz einen Hauptverbandsplatz für Verwundete eingerichtet. So galt dieser Ort als relativ sicher. Mitte Januar 45 sahen Katharina und ihre Mutter, wie amerikanische Flugzeuge einen Bombenteppich über Manderfeld legten. Nun galten ihre Sorgen dem Vater, der in Manderfeld geblieben war, um die Tiere zu versorgen.

Glücklicherweise gab es bei diesem Angriff keine Toten unter der Zivilbevölkerung.
Katharina und ihre Mutter hofften, dass die Amerikaner bald wieder einrücken würden und der Krieg bald zu Ende sein würde. Doch es kam viel schlimmer!
Das Rote Kreuz zog sich aus Verschneid zurück. Die Front kam immer näher.
Das Dorf geriet unter amerikanischen Beschuss. Nun musste man im Keller, der sich unter dem Kuhstall befand, Schutz suchen vor Granateinschlägen. Geschlafen wurde auf Stroh- und Kartoffelsäcken. Ein Holzofen sorgte für ein wenig Wärme und die Menschen hüllten sich in Wolldecken ein.

Am xx Januar war Katharina gerade dabei, im Keller einen Topf heißen Kakao für die Menschen zu kochen, die sich dort befanden. Plötzlich gab es einen gewaltigen Knall. Alles war stockdunkel. Kinder schrieen vor lauter Angst und Staub durchzog den Kellerraum, in dem es kein Kellerfenster gab. Der Ausgang war mit Trümmerteilen versperrt. Eine Granate war durch die Stalltür eingeschlagen und hatte über ihnen für eine heftige Explosion gesorgt.

Die eingeschlossenen Menschen riefen um Hilfe. Nach einer Zeit, die ihnen wie eine Ewigkeit vorkam, hörten sie draußen Stimmen. „ Helft uns! Helft uns!“ erklang es aus dem verschütteten Keller. Es waren deutsche Soldaten. Sie begannen sogleich damit, die Verschütteten auszugraben. Nach der erlösenden Befreiung sah Katharina, dass das Dach des Gebäudes durch die Granatexplosion weggeschleudert worden war bis auf die andere Straßenseite. Die Tiere waren qualvoll verendet. Schlimmer noch! Einige deutsche Soldaten in einem Funkwagen hatten bei dem Einschlag ihr junges Leben gelassen. Nur der Hund hatte in seiner Hütte überlebt! Es waren grausame Bilder.

Einige Tage später kamen die Amerikaner aus der Richtung von Auw und Wischeid.(BRD)

Die Deutschen zogen sich hinter Weckerath zurück.
Verschneid war das erste deutsche Dorf, das von kampferfahrenen amerikanischen Frontsoldaten besetzt wurde. Diese waren den Dorfbewohnern nicht gut gesonnen. Katharina hatte die amerikanischen Soldaten, die im September 44 in Manderfeld eingerückt waren, in guter Erinnerung. Es gibt eine Erklärung: Manderfeld war vor Kriegsbeginn ein belgisches Dorf gewesen.

Die Amerikaner trieben die Dorfbewohner zusammen, darunter Katharina und ihre Mutter. Danach wurden sie wieder in Kellerräume eingesperrt, die von Soldaten bewacht wurden. Toiletten gab es nicht. Dafür standen an der Kellertreppe zwei Eimer bereit. Es roch und die Kellerräume waren feucht und kalt. Viele wurden durch mangelnde Hygiene krank. Durchfall und Erbrechen waren die Folge. Es gab keine ärztliche Betreuung. Wie würde es dem Vater wohl ergehen? Lebte er noch?
Doch dann war es wie ein Wunder. Es war Ende Januar 1945. Plötzlich vernahm man eine Stimme. Es war die des geliebten Vaters. Er rief: „Anna und Kathrinchen, kommt! Wir gehen nach Hause.“ Es war während der Mittagszeit. Die Bewachung war nicht da für einen Augenblick. Mutter, Vater und Katharina verließen das Gebäude und machten sich auf den Weg nach Manderfeld. Dort hatten die Amerikaner niemand in Keller eingesperrt. Manderfeld lag in Belgien.
Nun war das Schlimmste überstanden. Zusammen mit den amerikanischen Befreiern lebte man zusammen im Dorf. Katharinas Mutter erlitt noch einen Herzanfall und wurde aber von den Amerikanern gut betreut. Im März 45 zogen die amerikanischen Soldaten sich mit ihren Fahrzeugen aus Manderfeld zurück.

Endlich Ruhe nach Monaten des Leidens! Danach gab es noch einige Minenopfer unter der Zivilbevölkerung zu beklagen. Der Eroberungskrieg Hitlers hatte großes Leid über die Menschen unserer Heimat und Europas gebracht. Wir müssen alles dafür tun, dass sich so etwas nie wiederholen kann.

Autoren:
Das 6. Schuljahr der Clara-Viebig-Schule Manderfeld, Lehrer Hermann-Josef Theiss
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